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Bin Ladens “Tod” und die Mythen des “Anti-Terror-Kriegs”

Von Gastautor | 3. Mai 2011

Die US-Regierung meldete heute, dass der angeblich meistgesuchte Terrorist der Welt, Osama Bin Laden, von US-Spezialtruppen in Pakistan aufgespürt und getötet wurde. Er habe zuletzt in einem Villenviertel der 120.000-Einwohner-Stadt Abbottabad gelebt, inmitten wohlhabender Geschäftsleute und pensionierter Militärs. Nach monatelanger Überwachung habe sich das US-Militär entschlossen, das Anwesen zu stürmen. Dabei sei es zu einem Feuergefecht gekommen, in dem Bin Laden, seine jüngste Ehefrau, mindestens drei weitere Männer und mehrere Kinder umkamen.

Merkwürdigerweise wurde dabei jedoch kein einziger Soldat der “Navy Seals”-Spezialeinheiten verletzt oder getötet. Nicht gerade glaubwürdig wirkt auch die Meldung, dass Bin Ladens Leiche kurz nach seinem Tod auf See bestattet wurde – angeblich im Einklang mit den “islamischen Traditionen”, die in Wirklichkeit Seebestattungen verbieten. Fotos seiner Leiche, die pakistanischen Fernsehsendern von Geheimdiensten zugespielt wurden, erwiesen sich als Fälschungen.

Es ist durchaus möglich, dass der als Führer der islamisch-fundamentalistischen Terrorgruppe El Kaida gehandelte Bin Laden auf diese Weise sein Ende gefunden hat. Es wäre nicht verwunderlich, wenn er ausgerechnet in einem Villenviertel Unterschlupf suchte, während er seinen Anhängern stets Enthaltsamkeit predigte. Der saudi-arabische Milliardärssohn war alles andere als ein “Revolutionär”, wie jetzt teilweise in den bürgerlichen Medien zu lesen ist. Er wusste auch in früheren Zeiten die Privilegien einer luxuriösen Lebensweise durchaus zu schätzen.

Es gibt aber auch zahlreiche Hinweise darauf, dass das Bild von Bin Laden als Drahtzieher des “weltweiten Terrors” seit Jahren von der US-Propaganda aufgebaut wurde, obwohl er gar nicht mehr am Leben war. Pakistanische und ägyptische Zeitungen sowie der US-Sender “Fox News” hatten bereits Ende 2001 gemeldet, dass Osama Bin Laden am 16. Dezember 2001 in Afghanistan an einem Nieren- und Leberleiden starb. Auch US-Geheimdienstleute, der frühere pakistanische Präsident Musharraf und der afghanische Präsident Karsai äußerten in den letzten Jahren immer wieder ihre Überzeugung, dass Bin Laden längst tot sei.

So oder so – sein Feindbild wurde nach dem Terroranschlag am 11.9.2001 und vor dem imperialistischen Überfall auf Afghanistan gebraucht, um die Schmiedung einer gemeinsamen imperialistischen “Antiterrorkoalition” unter Führung der USA zu rechtfertigen. Der faschistische Charakter der islamischen Fundamentalisten um Bin Laden machte ihnen das leicht. Dabei hatte der US-Geheimdienst mit ihm selbst eng zusammen gearbeitet, um Guerillakämpfer und Selbstmordattentäter gegen die sowjetische Besatzung Afghanistans auszubilden.

Hat die US-Regierung bisher den “Antiterror-Krieg” stets mit Bin Laden und seiner El Kaida gerechtfertigt, heißt es nun, auch nach seinem Tod müsse dieser fortgeführt werden. Tatsächlich richtet sich dieser gar nicht in erster Linie gegen islamische Fundamentalisten. Dazu heißt es in dem Buch “Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution”: “Schon im Vorfeld des Irakkriegs geriet die ‘Antiterrorismuskoalition’ in eine Krise und angesichts der sich abzeichnenden Niederlage des Afghanistan-Feldzugs der NATO drohte sie ab 2010 offen zu scheitern. Doch das bedeutet keineswegs, dass die Imperialisten ihren Kampf gegen den ‘Terrorismus’ einstellen werden. Die dazu weiterentwickelte, den regional unterschiedlichen Bedingungen angepasste ‘Counter Insurgency Strategy’ (Strategie der Aufstandsbekämpfung) zielt vor allem auf die Liquidierung der organisierten antiimperialistischen und revolutionären Kräfte.” (S. 239/240)

Die USA selbst terrorisieren zu diesem Zweck zahlreiche Länder und Befreiungsbewegungen auf der Welt, setzen sich beliebig über das Völkerrecht hinweg, wenn es ihre machtpolitischen Ziele erfordern. Völkerrechtswidrig ist nicht zuletzt die eiskalte Jagd auf Staatsfeinde auf dem Territorium fremder Länder und ihre gezielte Ermordung. Die von der Obama-Regierung gerade jetzt verkündete “Erfolgsmeldung” hat einen Hintergrund unter anderem darin, dass sich die USA angesichts des militärischen Vorpreschens anderer imperialistischer Mächte wie zuletzt im Fall Libyens wieder verstärkt als Führungsmacht profilieren wollen.

Der Zeitpunkt solcher Meldungen ist meist gezielt gewählt. Das unterstreicht auch die Verhaftung der “Terror-Verdächtigen” von Düsseldorf – genau passend zur Absicht der Bundesregierung, die Verlängerung der “Anti-Terror-Gesetze” über 2011 hinaus durchzusetzen.

Quelle: rf news online, 02.05.2011


Stichworte: Afghanistan, Anti-Terror-Gesetze, Aufstandsbekämpfung, Besatzung, Faschist, Geheimdienst, Irak, Islam, Krieg, NATO, Obama, Propaganda, Regierung, Staat, Terrorismus, Überwachung, USA, Völkerrecht

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