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Verlierer des “Aufschwungs”: Die Mittelschicht

Von Klaus Wallmann sen | 27. Januar 2011

Laut einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) schrumpft die sogenannte Mittelschicht* trotz angeblichem Arbeitsmarkt-Boom weiter. Betrug ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung 1999 noch mehr als 64 Prozent, sank er bis 2008 auf 59,2 und beträgt aktuell nur noch 58,7 Prozent. “Der Trend ist eindeutig”, so DIW-Forscher Grabka, “seit 1999 schrumpft die Mittelschicht kontinuierlich. Sogar im Aufschwung, bei vielen Menschen kommt davon einfach nichts an.”

Natürlich stehen die “Kritiker” sofort auf der Matte und bezeichnen das Schrumpfen der Mittelschicht als eine der “Mythen über die Mittelschicht”. So das Roman-Herzog-Institut (das in Trägerschaft der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft und des Verbandes der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie steht!), dessen “Wissenschaftler” ganz andere Daten präsentieren. Danach geht es der Mittelklasse eigentlich sehr gut. Vor allem sei sie nicht geschrumpft, und auch die Einkommensschere zwischen Arm und Reich habe sich nicht weiter geöffnet. Womit sie allerdings selbst der jüngsten Diagnose der Bertelsmann Stiftung widersprechen.

Die sich widersprechenden Zahlen sind auch darauf zurückzuführen, daß in den Studien unterschiedlich definiert und Unterschiedliches gemessen wird. So erklärte DIW-Forscher Grabka, daß er nicht nur Monats-, sondern Jahreseinkommen betrachte, und dadurch auch Kapitalerträge und Zeiten vorübergehender Arbeitslosigkeit in seine Untersuchung einbeziehe.

Klaus Wallmann sen.

* Zur Mittelschicht zählen die Wissenschaftler, wer über 70 bis 150 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens verfügt. Das entspricht bei einem Alleinstehenden aktuell 1070 bis 2350 Euro pro Monat.


Stichworte: Aufschwung, DIW, Krise, Krisenlasten, Mittelschicht, Studie

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