Navigation

Artikel

TOP 50

Archiv

Notwendiges


« | START | »

Deckt die Bundesregierung Killerkommandos?

Von Klaus Wallmann sen | 28. Juli 2010

91.731 geheimen Militärdokumente aus den Jahren 2004 bis 2009, veröffentlicht auf der Internetplattform “Wikileaks”, belegen das wahre Ausmaß des internationalen imperialistischen Krieges in Afghanistan, das Desaster der Besatzungstruppen und deren Verbrechen am afghanischen Volk. Und sie belegen die Heuchelei der Politiker der an diesem Krieg beteiligten Staaten sowie deren verlogene Propaganda. “Spiegel”, “New York Times” und “Guardian” bestätigten die Echtheit der Dokumente.

Die Dokumente belegen auch, daß der angebliche Krieg gegen “Terroristen” vor allem massiver Terror der imperialistischen Besatzungstruppen selbst ist. Geheime Killerkommandos, gesteuert aus dem Pentagon, machen Jagd auf “Aufständische”, und wen sie nicht ermorden, der landet im berüchtigten Foltergefängnis Bagram. Eines dieser Kommandos ist die “Task Force 373″, von der 300 Mann seit dem Sommer 2009 auf dem Gelände des deutschen Feldlagers “Camp Marmal” in Masar-i-Scharif stationiert sind. Als der deutsche Kriegsminister Guttenberg (CSU) dort im November 2009 zum Truppenbesuch erschien, erklärte er, daß die Deutschen für “jede Hilfe der US-Armee dankbar” seien. Der Zynismus wird erst deutlich, wenn man weiß, daß die “Task Force 373″ zuvor fünf Tage lang das Dorf Gul Tepa nordwestlich von Kunduz beschoß, wobei 130 Menschen ermordet wurden. Es ist unwahrscheinlich, daß es bei derartigen “Operationen” keine Koordinierung mit den KSK-Einheiten der Bundeswehr gibt, die ihrerseits maßgeblich am Massaker von Kundus im September 2009 beteiligt waren.

Die FDP-Militär”expertin” Elke Hoff hat gegenüber “Spiegel online” inzwischen erklärt, daß die Informationen über gezielten Tötungen in Afghanistan “nicht neu” seien und “keinen ernsthaft überraschen” könnten. Die Dame erwartet auch gar nicht, “daß die Bundesregierung uns als Parlamentarier über die Spezialeinheiten aller Partner informiert”.
Der Bundestagsabgeordnete Ströbele (Grüne) dagegen fordert, daß das Parlament die Wahrheit über den Einsatz der Bundeswehr bei geheimen Kommandoaktionen sowie den Einsatz der Operationstruppe “TF 47″ erfahren müsse. Weder Frau Hoff noch Herr Ströbele scheinen richtig zuzuhören, wenn der Kriegsminister spricht. Dieser hatte angesichts der Vertuschungsvorwürfe im Morgenmagazin des Staatsfernsehens erklärt, daß die Opposition – und damit wohl erst recht die Regierungsparteien – komplett über den Einsatz informiert seien. Auch der Einsatz der “Task Force 373″ sei bekannt. Die Obleute der Opposition sollten während den Sitzungen doch einfach besser zuhören. Die Politiker und Volksvertreter der “Opposition” halten natürlich dagegen. Verständlich, denn wenn sie von all den Schweinereien, die da im Namen von Freiheit und Demokratie begangen werden “komplett” informiert wären …

Der Aufruhr, der nach der Veröffentlichung der geheimen Militärdokumente unter den Damen und Herren Politikern herrschte, ist nur allzu verständlich. Hinter der ebenso verständlichen Empörung des Herrn Obama und des Herrn von und zu Guttenberg, die Veröffentlichung der Dokumente gefährde die Sicherheit der Soldaten, versteckt sich tatsächlich ihre reale Furcht vor der Gefährdung des Bildes, das die Demagogen und Propagandisten dieser Herren und sie selbst über den Krieg in Afghanistan verbreiten. Dieser war und ist ein imperialistischer, der um Rohstoffquellen und aus geostrategischen Gründen geführt wird. Ihm entgegen steht der Befreiungskampf der afghanischen Völker, der unser aller Solidarität verdient. Die Forderung nach sofortigem Abzug aller Besatzungstruppen steht nach der Veröffentlichung der entlarvenden Dokumente erst recht auf der politischen Tagesordnung.

Klaus Wallmann sen.


Stichworte: Afghanistan, Bundeswehr, Demagogie, Guttenberg, Imperialismus, Krieg, Obama, USA, Wikileaks

Verwandte Artikel

Thema: Politik, USA | Keine Kommentare »
Pings sind abgeschaltet.

Druckversion Druckversion

· read: 552 · today: 2 · last: 1. September 2014

Kommentare