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Schuluniform

Von Klaus Wallmann sen | 17. Juli 2010

Mag es dem politischen Sommerloch geschuldet sein oder nicht, selbst bei ihren dümmsten Vorschlägen haben die Monopolpolitiker noch den Profitwunsch ihrer Auftraggeber im Ohr, denn eine einheitliche Schuluniform, die von CDU und SPD jetzt wiedermal gefordert wird, nützt vor allem der Bekleidungsindustrie. CDU-Frau Katherina Reiche hat vorgeblich natürlich weitaus höhere Ideale im Sinn und södert daher von gemeinsamer Identität mit der Schule, unabhängig von religiösen und sozialen Unterschieden. Wobei ich ihren bürgerlichen Wunsch nach Verwischung der “Klassen”-Unterschiede durchaus verstehen kann. Auch die “Sozialdemokratin” Zypries ist ganz begeistert, führe eine einheitliche Schulkleidung doch zu mehr Identifikation und weniger Mobbing in der Schule.

Selbstverständlich unterstützt Bundesbildungsministerin Schavan (CDU) diese tolle Idee – wer hätte etwas anderes erwartet. Daß die einheitliche Schulkleidung das auf “Markenterror” beruhende Mobbing nicht beseitigt, weil die sozialen Unterschiede ja auch in den Schuhen, Handys, Uhren oder iPads sichtbar sind, diesen Einwurf der Sprecherin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Martina Schmerr, wird Frau Schavan wohl eher als kontraproduktiv werten. Geht es ihr doch in erster Linie um den Schein, der zumindest den Eindruck sozialer Gerechtigkeit schafft.

Daß diese Symbolpolitik tatsächlich keine besseren Bildungschancen schafft, das weiß Frau Schavan. Und das nur eine Erhöhung des Einkommens der sozial benachteiligten Eltern an diesen sozialen Unterschieden etwas ändern kann, das weiß sie auch. Im Besitz dieses Wissens entlarvt sich die “Bildungs”ministerin mit der Unterstützung dieses Vorschlags neben Reiche, Zypries und Konsorten ebenfalls als – bürgerliche Politikerin.

Klaus Wallmann sen.


Stichworte: Bildungspolitik, CDU, Gerechtigkeit, Schavan, Schüler, SPD

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Thema: Bildung/Ausbildung, Politik | 2 Kommentare »
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2 Kommentare zu “Schuluniform”

  1. PeWi meint:
    17. Juli 2010 um 17:21

    Das ist alles richtig, nur finde ich Schuluniform trotzdem gut. Anziehen muss man immer was, also verdient die Bekleidungsindustrie sowieso. Diese kleinen Zicken, die immer gegenseitig vergleichen, was jemand an hat und wehe jemand in einer Klasse ist nicht lila angezogen, das würde dann wegfallen. In anderen Ländern geht das ja auch – ohne Aufstand.

  2. Klaus Wallmann sen. meint:
    18. Juli 2010 um 22:48

    Es ist aber ein Unterschied, ob ich als Bekleidungsfabrikant auf blauen Dunst produziere, oder ob mit ein Staatsauftrag sicheren Profit beschert.

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