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ARCHIV: Zum Leitartikel “Nebelfigur” von Hartmut Petersohn, Freie Presse 15.07.2004

Von Klaus Wallmann sen | 20. Januar 2010

Meint Herr Petersohn mit der Überschrift sich selbst oder seinen vernebelnden Leitartikel? Lichten wir also den Nebel ein wenig, der hier scheinbar absichtlich um die Person Pfahls gelegt wird.

Der am 13. Juli wegen des Verdachts der Bestechlichkeit, Korruption und Untreue in Paris verhaftete Holger Pfahls ist sicherlich eine “Schlüsselfigur in Waffen- und Schmiergeldfall”, wie ihn die Frankfurter Rundschau nennt.
Doch genau so sicher ist die Karriere des ehemaligen Beraters und Geschäftsführers von Mercedes-Benz geradezu ein Musterbeispiel der in diesem Gesellschaftssystem üblichen Verquickung der Monopole und des Staates. Ein Vergleich mit dem “schwarzen Schaf” greift daher in seinem Fall nicht.

Pfahls Karriere begann als Büroleiter des seeligen Franz-Josef Strauß. Später wurde er Staatssekretär im Verteidigungsministerium. Dort war er 1991 maßgeblich beteiligt an der Lieferung von 36 Fuchs-Spürpanzern an Saudi-Arabien während des ersten Golfkriegs. Mit zwei Millionen DM ließ er sich zwar dafür bestechen, doch er verabsäumte es, dem Fiskus einen entsprechenden Anteil an der Beute zukommen zu lassen. In diese Affäre war nicht nur der Kanzler der deutschen Einheit Helmut Kohl und verschiedene Thyssen-Manager verwickelt, sondern die gesamte damalige Führungselite der CDU/CSU.

Die Wahrscheinlichkeit, daß es noch eine geraume Zeit dauern dürfte, bis Pfahls an Deutschland ausgeliefert wird, dürfte in den entsprechenden Kreisen beruhigend wirken. Die bereits geäußerte Ablehnung einer Neuauflage der Untersuchungskommission beweist, das die Tränen des Bedauerns über die lange Zeit bis zur Auslieferung Krokodilstränen sind.

Doch zurück zur Karriere des Herrn. Von 1985 bis 1987 residierte er im Amt des Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat zwar einen positiv klingenden Namen, unterscheidet sich aber grundsätzlich durch nichts von anderen imperialistischen Geheimdiensten. Seine engen Verbindungen mit führenden Faschisten wurden im Verbots-Prozess gegen die faschistische NPD öffentlich. Mit Holger Pfahls führte ein korrupter Waffenschieber dieses Amt.

Da paßt doch alles. Korruption und illegale Machenschaften sind normale Begleiterscheinungen des modernen Kapitalismus, geschützt von einer nicht durch das Volk legitimierten Verfassung.

Denken Sie beim Studium des nächsten sogenannten “Verfassungsschutzberichtes” daran, falls sie so etwas lesen sollten. Es handelt sich bei diesen Berichten eigentlich um Desinformationsdossiers – ähnlich der CIA-Berichte über die bis heute nicht gefundenen Massenvernichtungswaffen im Irak – , die im Auftrag der Geldgeber in den Monopolzentralen und Regierungssesseln angefertigt und an passender Stelle auch von den bürgerlichen Medien kolportiert werden.

Klaus Wallmann sen., 16.07.2004


Stichworte: CDU, CSU, Kapitalismus, Kohl, Korruption, Rüstung, Rüstungsexport, Verfassungsschutz

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