Navigation

Artikel

TOP 50

Archiv

Notwendiges


« | START | »

Magna Markgröningen: “Wir wurden behandelt wie die Tiere”

Von Gastautor | 10. April 2009

Dies meinte empört eine Kollegin des Kfz-Zulieferes Magna in Markgröningen (Kreis Ludwigsburg), früher “Georg Näher”. Was war geschehen? Am 30. und 31. März wurden überfallartig über 60 Kolleginnen und Kollegen (von etwa 600) gekündigt. Wenige Minuten vor Arbeitsbeginn wurden sie ins Personalbüro zitiert, um ihnen die Kündigung auszuhändigen. Werksausweis und Schlüssel wurden ihnen abgenommen und manche unmittelbar darauf in Begleitung eines Vorgesetzten aus dem Werk geführt. Was ist das für ein System, wo so mit Arbeitern umgegangen wird?

Die Kollegen wurden gleichzeitig auf Widerruf von der Arbeit freigestellt. Was für eine Angst muss die Geschäftsführung davor haben, dass sich die Kollegen zusammenschließen, wenn sie mit solcher Brutalität vorgeht? Zugleich kritisieren Kollegen das undemokratische Vorgehen des Betriebsrates, der hinter ihrem Rücken einen Interessenausgleich und Sozialplan mit der Geschäftsführung abschloss und ihnen nicht einmal den Sozialplan aushändigte.

Am 7. April trafen sich daraufhin etwa 20 Betroffene vor dem Werkstor, um mit dem Betriebsrat zu sprechen, den Sozialplan zu verlangen und ihre Rechte einzufordern. Als wichtigen Schritt hatten sie sich an die Öffentlichkeit gewandt und die türkische “Bild”-Zeitung, die Ludwigsburger Kreiszeitung und die “Rote Fahne” dazu eingeladen, die auch kamen.

Die Methoden der Geschäftsführung richten sich gegen die gesamte Belegschaft. Willkürlich wird ein Teil herausgegriffen, um alle einzuschüchtern und weitere Angriffe vorzubereiten. Doch das darf nicht gelingen. Entscheidend dafür ist, dass sich die Kolleginnen und Kollegen nicht spalten lassen und einen festen Zusammenhalt organisieren. Jetzt in der Weltwirtschaftskrise stehen viele Belegschaften vor dieser Entscheidung: Bei Heidelberger in Ludwigsburg/Neckarweihingen, bei Gärtner+Klinger in Asperg, bei Komet in Besigheim … Was liegt da näher, als sich überbetrieblich zusammenzuschließen für einen gemeinsamen Kampf?

Protesterklärungen bitte an: Intier Automotive Näher GmbH; Personalleitung, Hans-Grüninger-Weg 11, 71706 Markgröningen; Fax: 7145-14350; e-mail: norbert.burk@intier.com
Solidaritätserklärungen bitte an den Betriebsrat (dieselbe Adresse)

Quelle: rf news online, Korrespondenz, 09.04.2009


Stichworte: Betriebsrat, Kapitalismus, Kündigung, Solidarität

Verwandte Artikel

Thema: Arbeit/Gewerkschaft | 2 Kommentare »
Pings sind abgeschaltet.

Druckversion Druckversion

· read: 3114 · today: 2 · last: 20. Dezember 2014

2 Kommentare zu “Magna Markgröningen: “Wir wurden behandelt wie die Tiere””

  1. Hans-Jürgen Reglitzki meint:
    13. April 2009 um 11:52

    Diese Art von Kündigungen wird in Zukunft drastisch zunehmen.
    Eine Unternehmenskultur, wie es sie früher einmal gab, wurde mit der Einführung des Monopols des Kapitals ersatzlos gestrichen.
    Früher waren die Arbeitgeber sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst, und vielfach war es so, dass die Arbeitgeber ihre Arbeitskräfte persönlich kannten. Aber das ist alles Schnee von gestern.
    Heute, in der Zeit von “Human Resources” (Personalabteilung), gilt nur noch die nackte Zahl der des Gewinns in Euro. Gemeint ist hiermit der Mehrwert, den das Unternehmen aus der Arbeitskraft eines jeden Angestellten herauspresst.
    Ich finde es toll, wenn sich hier entlassene Mitarbeiter mit einer Demonstration gegen den Kapitalismus ihres “Arbeitgebers” wehren. Allerdings glaube ich nicht, dass durch eine solche Aktion die noch Angestellten sich aufraffen um diese 20 kämpfenden ehemaligen Kollegen zu unterstützen. Sie haben Angst dann eventuell die Nächsten zu sein, denen eine Kündigung ausgehändigt wird.
    Der Konkurrenzkampf der arbeitenden Bevölkerung hat begonnen, und wird mit allen Mitteln (Mobing, Denunzierung u.s.w.) stetig zunehmen.
    Aber wie kann es sein, dass ein Betriebsrat da so mitspielt? Ich gehe davon aus der Betriebsrat enthält auch gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter. Wurde denen ein sattelfester Job versprochen, oder warum wurde nicht vorher vernünftig mit den Betroffenen gesprochen?
    Ach ja, ich vergaß! Die Unternehmenskultur ist tot!
    Hans-Jürgen Reglitzki

  2. Theodoridis Georgios meint:
    30. September 2012 um 16:08

    jetzt glaube ich es auch, ich habe es gehört, das traurige ist je mehr arbeitslose gibt desto weniger werden die reichen verdienen, das geld soll eine nutze haben, arme Menschen die zu überleben kämpfen, wen sie übrig was haben kaufen produkte, autos und andere sachen, somit ist der kreis geschloßen, warum machen so mächtige firmen so schnell den aus, ich verstehe 1 nicht wie kann mann so viell produzieren und kein gewinn erzielen, andreseits stellt BMW wieder arbeiter ein, wie kann mann eine Firma mit so vielen jahren einfach zu machen oder so maßenhaft entlassen, werde ich nie verstehen können.

Kommentare