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Griechenland: IWF und Gesundheit

Von Klaus Wallmann sen | 6. August 2012

Einen Schwerpunkt der von EU, IWF und EZB diktierten “Reformen” bildet die radikale Demontage des griechischen Gesundheitswesens, wo auch die Abwälzung der Krisenlasten auf das Volk besonders deutlich wird. Führen die dort stattfindenden Eingriffe doch unmittelbar zu Ergebnissen, die für die Betroffenen mit dem Tod enden können.

“Intensivstationen wegen Krise im Koma” titelte die griechische Zeitung “Vima” am 22. Juli 2012. Sie berichtet von Menschen, die notwendige Materialien und Medikamente für die Behandlung ihrer Angehörigen selbst kaufen müssen, denn auf den Intensivstationen fehlen selbst die billigsten Verbrauchsmaterialien. Hinzu kommt der Ärztemangel, wodurch die Bettenkapazitäten der Kliniken nicht mehr genutzt werden können.

Die griechische Zeitung “Eleftheros Typos” verwies am 19. Juli 2012 auf eine Untersuchung, die einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten der IWF (wo auch immer) und dem anschließenden Zustand des Gesundheitswesens herstellte. In der Folge sank demnach die Lebenserwartung um sechs bis sieben Jahre. Tuberkulose, Herzgefäßkrankheiten, psychischen Erkrankungen stiegen an.

“In 21 Ländern des ehemaligen Ostblocks zeigte sich in dem Zeitraum 1991 – 2001, dass die Länder mit Kreditvertrag mit dem IWF eine um 16,6 Prozent höhere Sterblichkeit durch Tuberkulose im Vergleich zu anderen Ländern aufwiesen, welche Kürzungen durchführten, ohne sich einem Programm des IWF zu unterwerfen.

In Argentinien blieben in dem Jahrzehnt 1991 – 2001 unter dem IWF 48 Prozent der Bevölkerung von der ärztlichen und pharmazeutischen Versorgung ausgeschlossen, was zum Ergebnis hatte, dass die Todesrate der Bevölkerung für jedes Jahr der Anwesenheit des IWF um 5 Prozent zunahm, während 2002 die Besuche bei Psychiatern wegen Depressionen um 40 Prozent zugenommen hatten.”

Quelle: griechenland-blog.gr


Stichworte: Ärzte, EU, EZB, Gesundheit, Gesundheitswesen, Griechenland, IWF, Krankheit, Krise, Krisenlasten, Kürzung, Medikamente, Reform, Tod

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