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Indien: Aufstand bei Suzuki-Maruti und “Unity Day”

Von Gastautor | 29. Juli 2012

Im Industriegürtel Gurgaon-Manesar südlich der indischen Hauptstadt Neu Delhi, einem der weltweit größten Zentren des internationalen Industrieproletariats, entwickelt sich eine bedeutende Kraftprobe der organisierten Arbeiter mit den Übermonopolen und ihrem Staatsapparat. Im Jahr 2005 hatte die Polizei einen Streik bei Honda im Industriegebiet Gurgaon brutal angegriffen. Zum Andenken begehen die Arbeiter der ganzen Region jedes Jahr den “Unity Day” (Tag der Einheit) mit Streiks und Demonstrationen. In Manesar, einem Zentrum der Autoindustrie Indiens, hatten die Behörden dieses Jahr alle Aktionen verboten und 1.200 zusätzliche Polizisten in die Region beordert. Aber die Gewerkschaften ließen sich nicht davon abhalten, wie in den vergangenen Jahren am 25. Juli einen Gedenktag für die Opfer der Polizeigewalt zu organisieren.

Dieses Jahr hat der Tag eine besondere Aktualität, nachdem am 18. Juli bei Suzuki-Maruti in Manesar ein Manager einen Arbeiter erst beleidigt hatte und als er sich wehrte, wurde der Arbeiter entlassen. Daraufhin entwickelte sich eine aufstandsähnliche Situation im Werk. Der Personalchef kam ums Leben und eine Reihe weiterer Führungskräfte wurden verletzt. Daraufhin wurden etwa 100 Arbeiter verhaftet und unter Mord-Anklage gestellt, weitere werden gesucht und verstecken sich. Die Belegschaft wurde unbefristet ausgesperrt.

Der Arbeiter, der beleidigt und entlassen wurde, gehört der untersten Kaste an und ist Leiharbeiter. Die Belegschaft überwand mit ihrer Solidarität die Spaltung zwischen Kasten und zwischen Festangestellten und Leiharbeitern. Das ist von sehr großer Bedeutung. Im Buch “Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution” heißt es dazu: “Die Aufsplitterung in fest angestellte Arbeiter, Leiharbeiter, Teilzeitbeschäftigte und Arbeiter mit Zeitverträgen ist in der internationalen Produktion von heute ebenso Standard wie die Konkurrenz zwischen Werken auf der ganzen Welt um Aufträge und Investitionen. Sie spiegelt sich im Bewusstsein der Arbeiter als Spaltung in der Arbeiterklasse wider. Sie zu überwinden ist eine der zentralen Aufgaben bei der Gewinnung des internationalen Industrieproletariats für den Kampf um den Sozialismus.” (S. 348)

Nachdem die Belegschaft von Suzuki-Maruti bereits im vergangenen Jahr einen erbitterten Streik über 33 Tage geführt hatte, ist die Angst der Herrschenden groß, dass sich dieser Offensivgeist verbreitet. Mit einer antikommunistischen Hetzkampagne sollen die Streikführer in die Nähe von Terroristen gerückt werden.

Offensichtlich wächst der Einfluss revolutionärer Organisationen unter dem internationalen Industrieproletariat in Indien. Die Arbeiter von mindestens acht Fabriken legten am 25. Juli die Arbeit nieder und drückten ihre Solidarität mit den Kollegen von Suzuki-Maruti aus. Der Gewerkschaftsverband NTUI (Neue Gewerkschaftsinitiative) fordert, dass Maruti die Anzeigen gegen die Arbeiter zurückzieht und alle bedingungslos wieder einstellt. Die Regierung des Bundesstaates Haryana, in dem das Werk liegt, fordert sie auf, die willkürlichen Verhaftungen einzustellen.

Solidaritätserklärungen leiten wir gern an befreundete Organisationen in Indien weiter.

Quelle: rf news online, 28.07.2012


Stichworte: Arbeiter, Arbeiterklasse, Aufstand, Automobilindustrie, Demo, Demonstration, Einheit, Gewalt, Gewerkschaft, Indien, Konkurrenz, Polizei, Proletariat, Regierung, Solidarität, Spaltung, Staat, Streik, Verbot, Verhaftung

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