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Griechenland: Das Richtige getan?

Von Klaus Wallmann sen | 18. Juni 2012

29,7 Prozent aller Stimmen für die “gemäßigte” Nea Dimokratia (ND) und 12,3 Prozent für die “sozialistische” Pasok-Partei – das bedeutet eine Mehrheit von 162 Sitzen im neuen griechischen Parlament. Das bedeutet auch die Fortsetzung des von der EU-Kommission, dem IWF und der EZB diktierten “Sparkurses” durch die Parteien, die für die Situation in Griechenland verantwortlich sind. Ob diese Wahl auch eine Entspannung der EU-Krise bedeutet, darf allerdings angezweifelt werden.

Das Wahlergebnis ist auch ein Ergebnis der seit Wochen anhaltenden europaweiten Wahlschlacht, in der dem griechischen Volk ohne Unterlaß der baldige Untergang, das Chaos und das Tohuwabohu zugleich angekündigt wurde, falls es das “radikale” Linksbündnis Syriza wählen würde. Dennoch wählten bei einer Wahlbeteiligung von rund 62 Prozent 26,9 Prozent diese “Linken”, die damit auf den zweiten Platz kamen.

Die Aussicht auf eine damit mögliche pro-europäische Regierung führt bei den europäischen Monopolpolitikern zu den entsprechenden, wenn auch noch vorsichtigen demagogischen Äußerungen. Natürlich ist das Wahlergebnis “eine sehr gute Nachricht für Griechenland, die Europäische Union, den Euro und auch für Spanien”, so dessen Ministerpräsident Rajoy, der den Griechen zudem bescheinigt, daß sie “das Richtige getan” haben.
Italiens Ministerpräsident Monti – gegen dessen volksfeindliche Politik am Samstag erneut 200.000 Italiener protestierten – spricht ebenfalls von einer guten Nachricht, und hofft, daß das neue Regierungsbündnis “die Sparbeschlüsse der EU mitträgt und umsetzt”.
Und auch der Ober-Kommis des Kapitals, US-Päsident Obama, glaubt, den Griechen zu dieser Wahl gratulieren zu müssen.

All diese Herren sind politische Geschäftsführer des herrschenden Kapitals. Sie stehen einzig und allein für dessen Interessen und haben diese durchzusetzen. Sie stehen also den griechischen Arbeitern, Angestellten, Bauern, ja selbst den nichtmonopolisierten Unternehmern und deren Interessen feindlich gegenüber. Und – so eine alte Volksweisheit – wenn dein Feind dich lobt, so muß du etwas falsch gemacht haben. Ich weiß nicht, ob dieses Sprichwort in Griechenland bekannt ist, in China dürfte man es kennen, zumindest wußte auch Mao Tse Tung dazu folgendes zu sagen:

“Wenn wir vom Feind bekämpft werden, dann ist das gut; denn es ist ein Beweis, daß wir zwischen uns und dem Feind einen klaren Trennungsstrich gezogen haben. Wenn uns der Feind energisch entgegentritt, uns in den schwärzesten Farben malt und gar nichts bei uns gelten läßt, dann ist das noch besser; denn es zeugt davon, daß wir nicht nur zwischen uns und dem Feind eine klare Trennungslinie gezogen haben, sondern daß unsere Arbeit auch glänzende Erfolge gezeitigt hat.”

Genau dies konnte man bis zum Tag vor den Wahlen in Griechenland beobachten. Heute bedanken sich die Gleichen beim griechischen Volk – und spotten insgeheim. Noch.

Klaus Wallmann sen.


Stichworte: Demagogie, EU, Europa, EZB, Griechenland, Hetze, IWF, Kapital, Krise, Mao, Parlament, Propaganda, Protest, Regierung, Wahl, Wahlergebnis

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Thema: EU, Politik | Keine Kommentare »
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