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Opel: Zukunftsprogramm zum Kampf um jeden Arbeitsplatz

Von Gastautor | 1. Juni 2012

Im Mai hat GM/Opel die Verlagerung der gesamten Produktion des Astra von Rüsselsheim nach Ellesmere Port (England) und Gliwice (Polen) angekündigt. Im Gegenzug soll die ganze Zafira-Produktion aus Bochum nach Rüsselsheim gehen, was die Schließung des Bochumer Opel-Werks bedeuten würde. Gleichzeitig versucht der Konzernvorstand, die Arbeiter der verschiedenen Werke in Europa gegeneinander auszuspielen, damit sie Verschlechterungen akzeptieren. Auf der Betriebsversammlung am 21. Mai wagte es Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke nicht, diese Pläne offen vorzutragen. Erst bis am 28. Juni soll dazu ein Konzept beschlossen werden. Um einen neuen Kampf gegen die Werksschließung und um jeden Arbeitsplatz vorzubereiten, haben kämpferische und klassenkämpferische Opelaner jetzt eine Kampfprogramm zusammen mit einer Unterschriftenliste herausgegeben. In dem Kampfprogramm heißt es unter anderem:

1. Um jeden Arbeitsplatz kämpfen – Kein zweites Antwerpen! Vor dem Hintergrund des drohenden neuen tiefen Kriseneinbruchs plant GM für Europa massenhafte Arbeitsplatzvernichtung bei Opel und PSA. … Die unbefristete Übernahme der Azubis muss in allen Betrieben durchgesetzt werden! Machen wir unsere Gewerkschaft zur Kampforganisation!

2. Die anderen Autogiganten werden nachziehen, auch aufgrund des Absatzeinbruchs in Südeuropa. …

3. Wir brauchen Arbeitsbedingungen, die wir unseren Kindern mit gutem Gewissen übergeben können. … Keinen Cent Verzicht mehr – Schluss mit der Erpressung! Für Löhne von denen wir unsere Familien ernähren können. Volles Weihnachts- und Urlaubsgeld!

4. Um emissionsfreie Antriebe und umweltschonende Verkehrssysteme zu produzieren werden die Werke und Belegschaften dringend gebraucht. … Während die Autokonzerne nur für ihren Maximalprofit produzieren lassen und die weitere Zerstörung unserer Lebensgrundlagen weitertreiben, treten wir für eine Produktion nach den Bedürfnissen der Menschheit im Einklang mit unserer Mutter Erde ein.

5. Die Grenze verläuft zwischen oben und unten – nicht zwischen den Standorten, Leih- und Stammarbeitern oder Nationalitäten. … Keine Chance dem Antikommunismus, der die Arbeiterbewegung spaltet und ihr die Perspektive raubt! 

6. Die menschenverachtende Arbeitsplatzvernichtung, Massenmobbing und Lohnraub ist völlig legal – ein Streik dagegen “illegal”? Man muss sich das Recht auf Streik nehmen und ein allseitiges und vollständiges gesetzliches Streikrecht durchsetzen! Fordern wir tagtäglich unsere demokratischen, gewerkschaftlichen und betrieblichen Rechte ein!

7. Jetzt ziehen wir Werktätigen Bilanz! Die Arbeiter bei Opel haben keine Verluste produziert. … Für die 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich als europaweite Konzernvereinbarung!

8. Übernehmen wir selbst Verantwortung, statt auf längst gescheiterte Illusionen zu hoffen. … Der Streik in Bochum 2004 dagegen hat den größten Weltkonzern in die Knie gezwungen! Diese Sprache verstehen sie.

9. Aufgegeben wird nicht – schließlich geht es nicht nur um uns. Keine noch so hohe Abfindung kann die Arbeitsplätze unserer Kinder ersetzen. Wenn die Opel-Arbeiter gekämpft haben, haben sie Siege erreicht und breite Solidarität erhalten! Rücken wir enger zusammen! Organisieren wir uns in der Gewerkschaft, werden selbst aktiv und stärken die kämpferische Richtung. Millionen Automobilarbeiter international werden eine Macht!

Erstunterzeichner: Fritz Hofmann, Betriebsrat Opel Eisenach, Annegret Gärtner-Leymann, Betriebsrätin Opel Bochum.
Weitere erwünscht!

(Hier das vollständige Kampfprogramm mit Unterschriftenliste zum Download)

Quelle: rf news online, 31.05.2012


Stichworte: Arbeiter, Arbeitsplatz, Arbeitsplatzvernichtung, Auto, Bochum, EU, Gewerkschaft, Kampf, Konzern, Krise, Lohnraub, Maximalprofit, Opel, Profit, Recht, Solidarität, Streik, Streikrecht, Übernahme, Verzicht

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