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Chemnitz: “Pablo Neruda” – ein Schulname, den es beizubehalten lohnt!

Von Gastautor | 19. April 2012

Am 25. April wird der Chemnitzer Stadtrat entscheiden, ob die Pablo-Neruda-Grundschule der Stadt umbe­nannt wird. Mehrere Künstler richteten deswegen am Montag einen offenen Brief an die Ratsfraktionen und an Stadtrat Andreas Wolf:

Sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte, für reichlich Irritation und Verwunderung hat bei den Brief­unterzeichnern der Beschluß der Schulkonferenz der Pablo-Neruda-Grundschule gesorgt, einen Antrag auf Namensänderung an das Schulverwaltungsamt zu stellen, um den Namen des Literaturnobelpreisträgers abzustreifen und fortan “Grundschule Kaßberg” heißen zu dürfen.

Wahrscheinlich werden Sie, sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte, schon in einer der nächsten Ratssitzungen über diesen Antrag zu entscheiden haben. Deshalb möchten wir, als Vertreter der Chemnitzer Kunst- und Kulturlandschaft, Ihnen auf diesem Wege einige Argumente überbringen, die für die Beibehaltung des Schulnamens “Pablo Neruda” sprechen.

Pablo Neruda, Sohn einer Volksschullehrerin und eines Lokomotivführers, geboren 1904, gestorben 1973, erlangte Weltruhm für seine Verse, die er in spanischer Sprache schrieb. 1971 verlieh man ihm den Nobelpreis für Literatur, “für eine Poesie, die mit der Wirkung einer Naturkraft Schicksal und Träume eines Kontinents lebendig macht”.

Was hat das nun alles mit Chemnitzer Grundschülern zu tun? Die Benennung einer Schule nach einem der bedeutendsten Dichter dieser Erde ist nicht nur eine Würdigung des Künstlers, sondern sendet auch einen Reiz aus an die, welche täglich in die Schule hinein oder an ihr vorbei gehen. (…) Pablo Neruda ist der Nationaldichter Chiles, also das, was Goethe und Schiller für die deutsche Literatur, Puschkin für die russische oder Shakespeares für die englische darstellen. (…)

Wer war Pablo Neruda? Aus einem anderen Blickwinkel lautet die Antwort: Einer, der Zeit seines Lebens gegen Faschismus und Unterdrückung kämpfte – literarisch und politisch. Er half etlichen, die vor den Faschisten aus Europa fliehen mußten. Wo wären wir heute, hätte es damals nicht weltweit klare menschliche und politische Bekenntnisse gegen Menschenverachtung und Krieg gegeben? (…)

Eine Schule namens “Pablo Neruda” ist eine Bereicherung für unsere kulturell vielfältige Stadt. Der Name – eine Herausforderung an die, die in ihr lehren und lernen, und an uns, die wir die Sinnbilder für Weltoffenheit in unserer Stadt erhalten wollen und ihnen hoffentlich noch viele hinzufügen werden. In diesem Sinne laden wir Sie sowie die Lehrer und Schüler der Pablo-Neruda-Grundschule ein, gemeinsam mit uns aufzuspüren, was Chemnitz mit dem Dichter Neruda verbindet. Der Leitgedanke der Pablo-Neruda-Grundschule: “Wir tolerieren und akzeptieren andere Kulturen unserer Mitschüler und lernen andere Kulturen kennen” wird uns dabei helfen.

Vollständiger Text auf der Internetseite des Bürgervereins “Für Chemnitz” e. V., wo man diesen offenen Brief auch durch seine Unterschrift unterstützen kann.


Stichworte: Aktion, Antifaschismus, Chemnitz, Krieg, Lehrer, Literatur, Nobelpreis, Sachsen, Schule, Schüler, Stadtrat

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Thema: Politik | 1 Kommentar »
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1 Kommentar zu “Chemnitz: “Pablo Neruda” – ein Schulname, den es beizubehalten lohnt!”

  1. Arnold Grieben meint:
    20. April 2012 um 12:51

    Hier ist ebenfalls ein Beitrag erschienen.

    http://jonnymichel.suite101.de/chemnitzer-schule-will-pablo-neruda-verstossen-a133380

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