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Warum fälscht Karasek ein Zitat von Grass?

Von Klaus Wallmann sen | 16. April 2012

In seiner Kolumne “Karaseks Woche” in der Osterausgabe der “Berliner Morgenpost” hat der Literaturkritiker Hellmuth Karasek, der sich darin über den “Sündenfall von Günter Grass” ausläßt, ein falsches Grass-Zitat untergebracht. Martin Forberg schreibt dazu u.a.:

Als Krönung aller Vorwürfe “entlarvt” Karasek Grass abschließend als ausgewiesenen Antisemiten. Und das liest sich so: “Er hat den neuen alten Schuldigen gefunden, wie kann es anders sein: die Juden.” Schreibt Karasek. Und fährt dann fort: “Als ‘Atommacht Israel gefährden sie den ohnehin brüchigen Weltfrieden’”.

Das soll O-Ton Grass sein – die Anführungszeichen lassen da keinen Zweifel zu.

Tatsächlich aber lautet die entsprechende Passage in dem mittlerweile berühmten Gedicht: “Warum sage ich jetzt erst, gealtert und mit letzter Tinte: Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden.”

Das verräterische “sie” findet sich in dem ganzen Gedicht so wenig wie der (laut Karasek) dazu gehörige Begriff “die Juden”.

Hätte Grass geschrieben, was ihm Karasek in den Mund legt, dann wäre dies tatsächlich Antisemitismus pur. Hat er aber nicht, sondern Karasek und seine Tinte waren’s.

Soweit Forberg, dessen ganzer Artikel im Palästina-Portal zu finden ist.

Klaus Wallmann sen.


Stichworte: Antisemitismus, Gedicht, Israel, Juden, Literatur, Palästina

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