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Wulff: Boykotte und “Fremdschämen”

Von Klaus Wallmann sen | 13. Januar 2012

Der traditionelle Neujahrsempfang des Bundespräsidenten am Donnerstag wurde vom Deutsche Journalisten-Verband (DJV) und Transparency International boykottiert. Der Vorsitzende des Journalistenverbandes, Michael Konken, begründete seine Abwesenheit mit der “Desinformationspolitik” Wulffs. Edda Müller, Vorsitzende der Antikorruptionsorganisation Transparency International nahm nicht teil, weil Wulff darauf spekuliere, daß die Menschen vergessen.

Derartige Kritik kommt nun auch aus den Reihen der CDU. Björn Thümler, Fraktionschef der CDU in Niedersachsen verlangt, daß Wulff das Millionen Menschen gegebene Versprechen nun auch einlöse, und die Antworten auf die 450 Fragen veröffentlicht.

In Sachen “Kreditaffäre” prüft derzeit die Stuttgarter Staatsanwaltschaft, ob gegen die BW-Bank ein Ermittlungsverfahren wegen untypisch günstiger Darlehensbedingungen eingeleitet wird. Die baden-württembergische Landesbank LBBW – Mutter der BW-Bank – hat der Staatsanwaltschaft die Unterlagen zu Wulffs Geldmarkt-Kredit übergeben.

Ein Hamburger Psychologieprofessor namens Wolfgang Hantel-Quitmann fühlte sich derweil bemüßigt uns zu erklären, warum der “Skandal” bei vielen Menschen Scham – also “Fremdschämen” – auslöse. Diese “Phänomen”, das er auch “Berlusconi-Syndrom” nennt, hänge damit zusammen, daß sich diese Menschen mit dem Amt oder dem Land identifizieren. “Je weniger der andere sich selbst schämt, desto mehr schämen wir uns für ihn”, so der Herr Professor.

Wie man sich mit einem typischen politischen Vertreter der herrschenden Klasse und seinem ebenso typischen Verhalten identifizieren kann, bleibt mir dennoch ein Rätsel. Wem so etwas unterläuft, der hat allerdings einen Grund sich zu schämen – und zwar über sich selbst.

Klaus Wallmann sen.


Stichworte: Boykott, Bundespräsident, CDU, Staatsanwaltschaft, Wulff

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