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Zwickau: Antifa fordert Reaktion der Stadt

Von Gastautor | 20. November 2011

Pres­se­mit­tei­lung der An­ti­fa­schis­ti­schen Ak­ti­on Zwi­ckau vom 16.11.2011

Die Neu­ig­kei­ten zu den Taten des Zwi­ckau­er Na­zi-Tri­os be­herr­schen der­zeit Me­di­en und Po­li­tik. In den Ver­laut­ba­run­gen kom­men Em­pa­thie mit den Op­fern und ad­äqua­te Lö­sungs­vor­schlä­ge je­doch zu kurz. Das be­trifft auch und vor allem die Stadt Zwi­ckau, die erst vor kur­zem Ge­sprä­che zu einem Al­ter­na­ti­ven Ju­gend­zen­trum ab­ge­bro­chen hat, weil sie um „den guten Ruf der Stadt“ fürch­tet.

Das Zwi­ckau­er Na­zi-Trio hat in den letz­ten 13 Jah­ren mind. 10 Men­schen um­ge­bracht, meh­re­re Bank­über­fäl­le und Spreng­stoff­an­schlä­ge zu ver­ant­wor­ten. Unser Mit­ge­fühl gilt dabei den Hin­ter­blie­be­nen der Opfer, wel­che durch diese An­schlä­ge ver­letzt oder ge­tö­tet wur­den. Je­doch sind aus Zwi­ckau kaum Stim­men zu ver­neh­men, weder des Bei­leids noch der Ana­ly­se oder Auf­ar­bei­tung. … Dabei ist es jetzt nötig den Wor­ten Taten fol­gen zu las­sen!

Es scheint dabei kein Zu­fall zu sein, dass sich das Na­zi-Trio ge­ra­de eine säch­si­sche Klein­stadt aus­ge­sucht hat um un­ter­zu­tau­chen. Sach­sen gilt als Hoch­burg von Nazis. Eine be­son­de­re Rolle spielt hier das „Freie Netz“ und die da­zu­ge­hö­ri­gen Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner [2]. Auch die säch­si­sche Lan­des­re­gie­rung und ihre Be­hör­den tru­gen in den letz­ten Jah­ren mas­siv dazu bei, mit­tels Kri­mi­na­li­sie­rung [3] und Be­hin­de­rung an­ti­fa­schis­ti­schen En­ga­ge­ments eine Wohl­fühl­at­mo­sphä­re für Nazis zu schaf­fen!

„Si­cher­lich kann man der Stadt kei­nen Vor­wurf ma­chen, dass sie die Bil­dung des „Na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Un­ter­grun­des“ un­ter­stützt hätte“, sagt An­ne­grit Leitsch – Pres­se­spre­che­rin der An­ti­fa­schis­ti­schen Ak­ti­on Zwi­ckau, „Trotz­dem ist dies der rich­ti­ge Zeit­punkt um an­ti­fa­schis­ti­sche und an­ti­dis­kri­mi­nie­ren­de In­itia­ti­ven end­lich zu stär­ken und nicht die Ge­sprä­che mit ihnen zu ver­wei­gern [4].“ Die Stadt soll nun end­lich ihr Ge­sprächs­ver­hal­ten än­dern. Vor dem Hin­ter­gund der Er­eig­nis­se ist es ab­surd, nicht-rech­te Ju­gend­zen­tren zu ver­hin­dern, weil man schlech­te Pres­se fürch­tet. Ma­ka­ber wirkt diese Ar­gu­men­ta­ti­on ge­ra­de­zu, hält man sich vor Augen, dass die Sorge ums Image dar­auf hin­aus­lief, dass man eine Kon­fron­ta­ti­on zwi­schen Lin­ken und Rech­ten fürch­te­te. Laut der Ober­bür­ger­meis­te­rin Pia Find­eiß soll­te die schlech­te Pres­se durch ein Al­ter­na­ti­ves Ju­gend­zen­trum her­auf­be­schwo­ren wer­den, dabei wäre genau das ein An­satz­punkt der rech­ten Ge­fahr ent­ge­gen­zu­wir­ken. Dies zeigt auch, dass es immer noch nicht um die Auf­ar­bei­tung der deut­schen fa­schis­ti­schen Ge­schich­te und Ge­gen­wart geht, son­dern dass das an­geb­lich ge­fähr­de­te Image der Stadt Zwi­ckau wich­ti­ger bleibt.

Dabei ist die­ses Image schon lange nicht mehr vor­han­den. „Auch in Zwi­ckau sind all­täg­li­che Dis­kri­mi­nie­rungs­zu­stän­de in der Mehr­heits­ge­sell­schaft vor­han­den,“ sagt An­ne­grit Leitsch: „Dazu kommt, dass es hier eine Na­zi­sze­ne gibt, wel­che sich ver­mehrt durch Über­grif­fe auf an­ders­den­ken­de und/oder –aus­se­hen­de Ju­gend­li­che pro­fi­liert.“

Die Stadt soll­te diese Er­eig­nis­se nun nut­zen, um einen neuen Weg ein­zu­schla­gen. „Viele Men­schen sind ge­schockt von den Er­eig­nis­sen, trotz­dem müs­sen wir nun an­fan­gen prä­ven­tiv und an­ti­dis­kri­mi­nie­rend zu ar­bei­ten, um den Nähr­bo­den für na­tio­nal­so­zia­lis­ti­sche Ideo­lo­gi­en ein­zu­däm­men“, führt An­ne­grit Leitsch aus.

Dafür be­nö­tigt es je­doch Ge­sprä­che mit der Stadt. Wenn diese wei­ter am Ex­tre­mis­mus­kurs der Bun­des­re­gie­rung fest­hält, ist eine ef­fek­ti­ve Ar­beit nicht mög­lich, denn damit wer­den auch an­ti­dis­kri­mi­nie­ren­de In­itia­ti­ven unter Ge­ne­ral­ver­dacht ge­stellt. Daher for­dern wir eine klare Po­si­tio­nie­rung der Stadt Zwi­ckau! Frau Find­eiß, las­sen sie ihren Wor­ten Taten fol­gen: für eine an­ti­dis­kri­mi­nie­ren­de Ar­beit und für ein Al­ter­na­ti­ves Ju­gend­zen­trum in Zwi­ckau!


[2] – erst kürz­lich ver­öf­fent­lich­te das In­ter­net­por­tal gamma.noblogs.org Aus­zü­ge eines Fo­rums des Frei­en Net­zes, wel­ches nun eine Ver­bots­de­bat­te im säch­si­schen Land­tag an­ge­regt hat
[3] – Seit April 2011 gab es in Sach­sen, Bran­den­burg, Thü­rin­gen und Ber­lin Haus­durch­su­chun­gen gegen en­ga­gier­te An­ti­fa­schis­ten und Bür­ger. Der Ver­dacht ist die Bil­dung einer „kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gung“ zur Ver­hin­de­rung von Na­zi­auf­mär­schen.
[4] – Stadt­blick Zwi­ckau im April 2011

Quelle: aaz.blogsport.de


Stichworte: Antifa, Nazis, Zwickau

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