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Altersarmut: Der Franz und der Ernst

Von Klaus Wallmann sen | 14. Juni 2011

Jüngst blamierte sich das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) mit einer Studie, die beweisen sollte, daß die horrenden Zahlen hinsichtlich der Kinderarmut in Deutschland so horrend denn nun doch nicht sind. Ganz anders nun eine Studie des DIW über Altersarmut in Deutschland. Diese wartet mit der horrenden Mitteilung auf, daß die heutigen durchschnittlichen Rentenbezüge bereits unter der sogenannten Armutsschwelle liegen, und in Zukunft weiter sinken werden.

Vorerst werden diese Aussagen wohl Bestand haben, denn der Herr Franz, der Oberste von Merkels “Wirtschaftsweisen”, hat sich der Studie bemächtigt und stößt ins selbe Horn. “Die veränderten Erwerbsbiographien werden dazu führen, daß sich das Armutsrisiko im Alter künftig dramatisch verschärft.” (Welt am Sonntag). Wo die Ursachen für die “veränderten Erwerbsbiographien” zu suchen sind, das interessiert den “Ökonomen” Franz nicht, wie er als Ideologe auch nicht von Altersarmut spricht, sondern nur vom möglichen Risiko. Dieses bestand nach seinen Berechnungen 2009 darin, daß ein einzelner Rentner statt der notwendigen 935 Euro im Monat nur 820 Euro erhielt. Zu wenig also, um dem “Risiko” bzw. der Armut im Alter zu entgehen. Was aber, wie Franz auch herausgefunden hat, nicht nur auf Lohnarbeiter, sondern immer mehr auch auf Selbständige zutrifft. Immer mehr von ihnen zahlen weder in die Rentenkasse ein, noch in eine private Rentenversicherung. Warum sie das nicht tun, scheint für Franz schlicht nicht erklärbar, obwohl die Erklärung offensichtlich auf der Hand liegt.

Die Sorge Franzens um die von Armut bedrohten Rentner entlarvt sich spätetstens dann als Scheinheiligkeit, wenn er eine verpflichtende private Rentenversicherung fordert. Die volksfeindliche Demontage des Rentensystems wird seit Jahren begleitet vom garstigen Sirenengesang der “privaten Vorsorge”, verbunden mit immer neuen Forderungen zur Erhöhung des Renteneintrittalters. Bei beidem geht es um die Umverteilung gesellschaftlich geschaffenen Reichtums in die Taschen einer relativ kleinen Klasse von Profiteuren, wobei sich der “weise” Franz ganz nebenbei und sicher ganz uneigennützig als Versicherungsvertreter geriert.

Der Vorsitzende der Partei DIE LINKE, Klaus Ernst, stellt ganz richtig fest, daß die “Koalition der Rentenkürzer von Union, FDP, SPD und den Grünen” die Gesetzliche Rentenversicherung “mehr und mehr zur Hungerrente” macht. Die faktische Kürzung der Rente im Verbund mit der Schaffung und der ständigen Ausweitung des Niedriglohnsektors führe dazu, daß das staatliche Rentensystem nicht mehr vor Altersarmut schützt. Er vergißt allerdings, daß dieser verfassungswidrige “Angriff auf die Menschenwürde” nur deshalb so erfolgreich ablaufen konnte und kann, weil sich die Massen zu so wenig Widerstand aufraffen. Sein Plädoyer für die Rücknahme der “Rente mit 67″, für eine Mindestrente sowie ein Ende von Dumpinglöhnen durch Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns von zehn Euro bleibt hohles – wenn auch richtiges – Geklingel, solange die Massen der volksfeindlichen Regierungspolitik im Auftrag der Monopole durch ihr Schweigen zustimmen. Die Forderungen der Linken stellen auch andere – es kommt aber darauf an, daß die Massen sie stellen – und sie erkämpfen!

Klaus Wallmann sen.


Stichworte: Altersarmut, Armut, Armutsrisiko, DIE LINKE, DIW, Kürzung, Linke, Lohnarbeit, Mindestlohn, Mindestrente, Niedriglohn, Regierung, Rente, Rente mit 67, Rentenkasse, Rentenversicherung, Rentner, Staat, Umverteilung, Versicherung, Widerstand

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Thema: Politik, Reformen/Agenda | 2 Kommentare »
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· read: 1600 · today: 2 · last: 16. September 2014

2 Kommentare zu “Altersarmut: Der Franz und der Ernst”

  1. landbewohner meint:
    14. Juni 2011 um 20:57

    nachdem ja nun erst kürzlich der deutsche bundestag mitteilte, daß altersarmut in deutschland dank grundsicherung nicht existiert, kann das dumme wählerpack ruhig weiterpennen und muss weder den bösartigen schwachsinn des franz noch die folgenlosen aufregungen des ernst zur kenntnis nehmen.

  2. Lockez meint:
    2. Juli 2011 um 16:14

    Solange die Masse ihre Blödzeitung jeden Tag kauft und sogar liest, kann man nix machen und nur abwarten bis diese Blödzeitungsjünger selbst anfangen zu jammern und betteln.
    Wie es aussieht wird wohl die Dummheit und Gewissenlosigkeit weiter gefördert werden durch solche Presse.

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