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Internationaler Kindertag

Von Klaus Wallmann sen | 1. Juni 2011

1,68 Millionen Kinder unter 15 Jahren, also 15,3 Prozent, sind Hartz-IV-Kinder. In Westdeutschland sind es 13,2 Prozent, in Ostdeutschland 25,7 Prozent. Diese Zahlen liefert uns heute anläßlich des Internationalen Kindertags die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfrak­tion im Bundestag, Sabine Zimmermann, in einem Gastbeitrag in der “jungeWelt”. Diese nackten Zahlen reichen eigentlich aus, das kapitalistische System zu brandmarken.

Doch Sabine Zimmermann kann ihre sozialdemokratische Vergangenheit ebensowenig abschütteln, wie ihre Erfahrungen als reformistische Gewerkschafts”führerin”. Nach weiteren das System entlarvende Zahlen, kommt sie zu dem Schluß: “Wollte die Bundesregierung ernsthaft etwas gegen Kinderarmut tun, müßte das soziale System bei Hilfebedürftigkeit wirklich existenzsichernd gestaltet werden.” Was wohl auch eine Kritik an der derzeitig schwarz-gelb gefärbten Monopolregierung sein soll. Das “soziale System” Hartz IV haben jedoch die “sozialdemokratischen” Kollegen von Frau Zimmermann auf den Weg gebracht – und das sollte man nicht vergessen.

“Wollte die Bundesregierung” – und die “Linke” Zimmermann – “ernsthaft etwas gegen Kinderarmut tun”, so müßten beide vor allem etwas gegen die Ursachen der Kinderarmut tun. Da diese Ursachen jedoch gesellschaftlich bedingt sind, man also über einen Systemwechsel nachdenken müßte, will das die Regierung der Monopole natürlich nicht, kann sie das gar nicht wollen. Daß Frau Zimmermann dies ebenfalls nicht will, das eben macht ihre “Kritik” und ihr vermeintlicher Lösungsansatz deutlich.

Die “sozialdemokratisch” und reformistisch gebliebene “Linke” Zimmermann entpuppt sich damit zum wiederholten Male als die Kleinbürgerin, die Marx einst so treffend beschrieben hat. Diese Kleinbürger erstreben nur solche Änderungen an den gesellschaftlichen Zuständen, die “ihnen die bestehende Gesellschaft möglichst erträglich und bequem” machen. “Was die Arbeiter angeht so steht vor allem fest, daß sie Lohnarbeiter bleiben sollen wie bisher, nur wünschen die demokratischen Kleinbürger den Arbeitern besseren Lohn und eine gesicherte Existenz und hoffen dies durch teilweise Beschäftigung von Seiten des Staates und durch Wohltätigkeitsmaßregeln zu erreichen, kurz, sie hoffen die Arbeiter durch mehr oder minder versteckte Almosen zu bestechen und ihre revolutionäre Kraft durch momentane Erträglichmachung ihrer Lage zu brechen …”.

Frau Zimmermann will genau dies: “das soziale System … existenzsichernd” gestalten. Und “solange nichts dergleichen geschieht”, meint sie bedauernd, “wird der Internationale Kindertag kein Feiertag in unserem Land sein, sondern der Tag, an dem auf die traurige Lage vieler Familien hingewiesen werden muß”.

Sicher ist es wichtig immer wieder auf die soziale Lage vieler Familien in dem so reichen Deutschland hinzuweisen. Und sicher kann man diese Lage als “traurig” beschreiben. Vor allem aber ist die soziale Lage vieler Kinder und Familien hervorgerufen von den kapitalistischen Verhältnissen. Ein Begriff, der bei Frau Zimmermann bezeichnenderweise nicht vorkommt. Doch genau darauf muß man immer wieder hinweisen, wie auf die Ursachen der Armut, die von der Kinderarmut bis hin zur Armut im Alter reicht. Und man muß den Kampf gegen diese gesellschaftlichen Ursachen aufnehmen – was gerade für eine linke Partei an erster Stelle stehen sollte. Das Problem der Partei DIE LINKE liegt ganz offensichtlich auch bei solchen Mitgliedern wie Sabine Zimmermann.

Klaus Wallmann sen.


Stichworte: Armut, Bundesregierung, DGB, DIE LINKE, Familie, Gewerkschaft, Hartz IV, Kapital, Kinder, Kinderarmut, Regierung, Staat, Zimmermann

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Thema: Politik, Reformen/Agenda | 2 Kommentare »
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2 Kommentare zu “Internationaler Kindertag”

  1. Norbert Gernhardt meint:
    12. Juni 2011 um 20:35

    Lieber Klaus Wallmann,
    der Beitrag zum Tag des Kindes findet meine völlige Zustimmung. Drei Dinge finde ich besonders widerlich: 1. die Heuchelei und Schönrednerei, wenn mal wieder irgendwo ein Kindergarten oder ein Spielplatz neu gestaltet wird, und 2. die unerträgliche Benachteiligung von Kindern in diesem Land mit der ständigen Bettelei um irgendwelche Zuwendungen (ohne die es meist nicht geht) und 3. die mittlerweile bei vielen Menschen eingetretene Resignation.
    Daß dabei die sog. “Linke” nach dem Motto vorgeht: “Besser leben im Kapitalismus” muß nicht verwundern.
    N.G.

  2. Norbert Gernhardt meint:
    12. Juni 2011 um 20:37

    Mein Kommentar zum Tag des Kindes:
    http://sascha313.blog.de/2011/06/01/1-juni-internationaler-tag-kindes-11251625/

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